Berlin
26.04.2009: Danke, Berlin!
Damit hätte selbst ich nicht gerechnet. Berlin hat den Vorstoß der Reaktion nicht nur kraft des verpaßten Quorums abgelehnt, sondern tatsächlich aktiv mit NEIN gestimmt.
In Berlin werden also auch weiterhin alle Schüler ab Jahrgangsstufe 7 einen staatlich kontrollierten Ethikunterricht genießen dürfen und die kirchliche Indoktrination bestenfalls zusätzlich erdulden müssen.
Supergeil.
12.04.2009: Pro Reli oder Contra Reli?
Ihr Mitberliner unter meinen Lesern habt ja auch schon Euren Wahlwisch bekommen.
Wofür oder wogegen also stimmen?
Ich habe dazu meine eigene Meinung, die ich gerne mit Euch teile. Natürlich erwarte ich von Euch nicht, daß Ihr macht, was ich sage, sondern daß Ihr Euch Eure eigenen Gedanken macht.
Ich finde den Gedanken eines staatlich überwachten und religiös
en Ethikunterrichts cool. Obwohl ich so etwas in meiner eigenen Schulzeit nicht genießen durfte, gönne ich das allen neu heranwachsenden Generationen Berliner Schüler. Was ich definitiv nicht möchte, ist, daß ein religiös gefärbter Unterricht als Alternative — auch zeitlich — zum Ethikunterricht angeboten wird. Ich finde es doof, wenn Berliner Schulkinder wegen der Erwartungshaltung ihrer Eltern oder ihres sozialen Umfelds auf den Ethikunterricht verzichten müssen, nur um ihren indoktrinierenden Religionsunterricht genießen zu “dürfen”.
Ich bin deswegen definitiv bei Nein! dabei.
Was Ihr daraus macht, müßt Ihr selbst wissen.
31.10.2008: aus und vorbei
Hat alles nichts genützt; wo der schiere Starrsinn spricht, haben Argumente keine Chance. Berlin-Tempelhof ist kein Verkehrsflughafen mehr, nach 85 Jahren endet die Geschichte des ideal gelegenen Innenstadtflughafens und einmaligen Wettbewerbvorteils für Berlin.
Traurig, einfach nur traurig. Dazu kann man kaum mehr sagen.
Doch schon bald steht der nächste Kampf steht an. Vielleicht gelingt es ja, Berlin-Tegel zu retten. Ich kann mich an den Gedanken an ein Berlin ohne eigenen Flughafen einfach nicht gewöhnen. Schönefeld ist nicht Berlin.
30.08.2008: Petticoat in Hermsdorf
Die Berliner Rockband Petticoat spielt heute auf dem Sportplatz des VfB Hermsdorf. Acht Euro Eintritt wollen sie dafür haben. Für uns wäre das eine eher sinnlose Ausgabe, denn wir wohnen schräg gegenüber. Die Musik ist hier auf unserem Balkon schon reichlich laut … noch lauter muß es von mir aus gar nicht sein. Und das ganze Haus bebt mit den Bässen.
Aber die Musik ist prima.
12.06.2008: Geisterstadt
Heute Abend zwischen sechs und acht: Berlin wie leergefegt, ausgestorben.
Punkt 18:00 Uhr leeren sich die U-Bahnen und die Straßen. Im Saturn-Markt im Märkischen Zentrum wändeweise Fernseher, die das Spiel Deutschland gegen Kroatien zeigen, sicher mehr als Menschen im ganzen Markt. Der Fernsehton dröhnt durch den Laden, man kann kaum ein Wort wechseln, so laut ist es. Geschockte Verkäufer (das erste Tor für Kroatien fällt, während wir gerade den Laden betreten) mögen sich kaum von den Bildschirmen lösen, um uns lästigen Kunden ein paar Fragen zu beantworten.
Auf dem Weg auf die andere Seite des Einkaufszentrums finden wir alle die Menschen dann doch: Sie sitzen im Café Blixen, essen, trinken und sehen fern. Kaum ein freies Plätzchen ist zu sehen vor den vier großen Bildschirmen. Drumrum stehen Passanten, essen und trinken nicht, sehen aber trotzdem fern.
Durch menschenleere Straßen fahren wir nach Hause. Der Schlußpfiff erreicht uns im Autoradio beim Einparken hinter dem Haus.


