Berlin
27.04.2008: Berliner, heute gilt’s!
So, meine lieben Mit-Berliner: Heute ist der Tag, wo Ihr Euer Kreuz für Tempelhof machen sollt. Es gilt, einen der ältesten und mit Sicherheit einer der charmantesten Verkehrsflughäfen der Welt zu retten! Also, solltet Ihr noch nicht Briefwahl beantragt und hoffentlich beizeiten abgestimmt haben: Sucht Eure Abstimmungsbenachrichtigung, geht hin, kreuzt an!
Sollte es tatsächlich klappen, die knapp 700.000 Ja-Stimmen zusammenzubekommen, will ich den Senat sein, der nicht mal schaut, ob man die Entwidmung nicht doch wieder aufheben kann. Auch Wowi wil schließlich wiedergewählt werden!
Mehr Informationen findet Ihr unter Anderem bei der ICAT.
Und beim völlig nutzlosen Großflughafen Schönefeld (die Vorsilbe „Berlin-“ hat er nun wirklich nicht verdient) klappt ja auch nichts. Wie zu erwarten war.
16.03.2008: Ist ver.di am Ende?
Schon im Laufe der vergangenen Woche war die Ratlosigkeit mit Händen zu greifen, die sich bei ver.di breitmacht. Eine Woche BVG-Streik, einige Existenzen vernichtet, aber sonst interessiert es offenbar niemanden so richtig.
Das ist natürlich auch eine blöde Situation, in die sich die Gewerkschaft gebracht hat: Dadurch, daß sie bereits ganz am Anfang der – ohnehin unverständlichen – Auseinandersetzung völlig unprovoziert den größten verfügbaren Hammer, den unbefristeten Totalstreik, herausgeholt hat, fehlen ihr nun jegliche Eskalationsmöglichkeiten.
Tja. Nun ist ver.di mit ihrem Latein am Ende und setzt den Streik teilweise aus. Das ist natürlich zu begrüßen, ganz klar.
Aber wie soll es weitergehen? Daran, daß ver.di nun zur Vernunft kommt, kann ich irgendwie nicht glauben.
01.02.2008: Danke, liebe S-Bahn!
Die S-Bahn Berlin mußte heute, angesichts des von ver.di völlig unprovoziert angezettelten Streiks bei der BVG, den Berliner Nahverkehr praktisch alleine bewältigen. Und im Großen und Ganzen scheint das auch recht gut gelungen zu sein. Danke auch an die Dienstleistungsgesellschaft, die mit Gleit- und Vertrauensarbeitszeit eine gewisse Flexibilität darin erlaubt, ob und wann man sich ins Büro begibt.
Zugegeben, bei der Auswahl unserer Wohnung hat auch die Erreichbarkeit von BVG und auch S-Bahn eine Rolle gespielt, insofern zahlt sich die gute Vorbereitung jetzt aus. Schließlich haben bisher (ich klopfe auf Holz) noch nie beide zugleich gestreikt. Auch unser beider Arbeitsstätten liegen glücklicherweise so, daß man so sowohl mit der BVG wie auch mit der S-Bahn erreichen kann – je nachdem, wer gerade meint, seine arbeitsvertraglichen Pflichten erfüllen zu sollen.
Was ich von Streiks, die ausschließlich auf dem Rücken Unbeteiligter ausgetragen werden, halte, habe ich an dieser Stelle schon hinreichend oft dargelegt. Ich will das daher hier nicht vertiefen, davon bekommt man nur Pickel, schlechte Haut und Magengeschwüre. Aber wenn man bedenkt, daß die Beschäftigten der BVG noch bis 2020 (!) vor betriebsbedingten Kündigungen sicher sind, und daß die Arbeitgeber prinzipiell Bereitschaft gezeigt haben, über eine spürbare Einkommensverbesserung zu verhandeln, schlägt dieser „Warnstreik“ dem Faß wirklich den Boden aus. Kein Wunder, daß niemand ein gutes Haar an ver.di läßt.
Wie es enden könnte, lest Ihr hier. Klar, wer sind die Gefickten? Wir alle. Wer sonst?
01.02.2008: Der Blödsinn geht in die nächste Runde.
Die Umweltzone, wirkungslose, unnötige und rundheraus verlogene und schwachsinnige Maßnahme, die sie nun einmal ist, geht heute in die nächste Runde: Ab heute setzt es Bußgelder, wenn man ohne Plakette innerhalb des S-Bahn-Rings unterwegs ist (und erwischt wird, natürlich). Wie passend, gerade heute, wo die Gewerkschaft ver.di es der unbeteiligten Berliner Bevölkerung so richtig zeigen will und der Eine oder Andere ausnahmsweise mit dem Auto fahren muß.
Wieso demgegenüber für das äußerst sinnvolle und von der Mehrheit der Nichtraucher sicher sehnsüchtig herbeigesehnte Rauchverbot in Gaststätten eine bußgeldfreie Zeit von einem halben Jahr (!) eingeräumt wird, verstehen wahrscheinlich nur Politiker.
28.01.2008: noch mal ein Wochenende für Tempelhof
Wer jetzt noch nicht für den Erhalt des Verkehrsflughafens Tempelhof unterschrieben hat, sollte sich beeilen: Die Frist läuft nur noch bis zum 14. Februar.
Und damit auch die Berufstätigen noch einmal eine Chance bekommen, gibt es ein weiteres Wochenende mit Sonderöffnung der Auslegungsstellen, nämlich am 9. und 10. Februar. Da sind die Auslegungsstellen jeweils von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Wo und wann man unterschreiben kann, verrät die Website des Landeswahlleiters.


