zum Nachdenken
15.08.2007: Und wir akzeptieren jeden Scheiß.
Wißt Ihr, was eine der weniger oft verbreiteten Konsequenzen Web-2.0-Revolution ist? Wir haben jedes Qualitätsbewußtsein abgeworfen und akzeptieren Inhalte in jeder Form, egal wie jämmerlich, Hauptsache Web 2.0.
Was Podcasts angeht, da gibt es noch akzeptable Qualität (aber nicht nur), aber spätestens bei den Videopodcasts ist alles vorbei. Da regiert die Zappelbriefmarke, dazu noch unscharf, falsch belichtet und ohne Weißabgleich.
Was dieses Qualitätsanspruch übertrifft, ist in der Regel geklautes Material aus dem Fernsehen.
09.08.2007: Ich hätte da einen Vorschlag für die Bahn.
Im Streit zwischen der Bahn und der GDL ist die Situation ja auch deswegen so verfahren, weil keine Seite jetzt einfach so nachgeben kann, wenn sie nicht das Gesicht verlieren will.
Die GDL begründet ihre exorbitanten Gehaltsforderungen ja (unter anderem) damit, dass sich der Vorstand der Bahn eine Gehaltserhöhung von satten 62% gegönnt hat. Wie wär’s, wenn der Bahnvorstand rückwirkend auf diese Erhöhung verzichtet, die GDL im Gegenzug ihre Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag aufgibt, sich den angebotenen 4,5% anschließt und dann über eine Höhergruppierung der Fahrpersonale verhandelt?
Fast allen wäre geholfen. Und ich bin sicher, daß auch der Bahnvorstand keinen Hunger leiden müßte.
26.07.2007: verdrehte Darstellung
„Das Bundesverfassungsgericht hat einen mühsam errungenen Kompromiss wieder ausgehebelt“, schreibt die Berliner Zeitung in einer Einleitung zu einem Interview mit Bundesjustizministerin Zypries – ja, die mit dem Browser. Es geht um die Verschiedenbehandlung von Kindern verheirateter und unverheirateter Paare, wenn es um Unterhalt nach der Trennung der Eltern geht, die die Union unbedingt durchsetzen wollte und die nun wieder abgeschafft werden muß.
Das scheint mir reichlich verdreht dargestellt zu sein.
Müßte es nicht vielmehr heißen: „Das Bundesverfassungsgericht hat der Großen Koalition einen faulen Kompromiß um die Ohren gehauen, weil er grundgesetzwidrig ist“?
26.01.2007: bei Lidl an der Kasse
Als ich eben bei Lidl an der Kasse stand, fiel mir auf, daß der Aufkleber auf der Kassenschublade erneuert worden ist. Auf dem Aufkleber ist abgebildet, daß an der Kasse nur maximal drei Kunden stehen dürfen: der, dessen Waren gerade kassiert werden, und zwei weitere, die warten. Mehr nicht.
Und warum liegen dann sechs Meindeins (Warentrennstäbe) in der Schiene neben dem Transportband? Man braucht doch maximal drei!
Seltsam.
01.07.2006: Telefonieren während der Fahrt
Das soll ja angeblich so gefährlich sein, wie betrunken zu fahren, sagt eine amerikanische Studie, und die Meldung taucht allerorten in Blogs und Tickern auf.
Daß es keine gute Idee ist, bei der Fahrt ein Telefon ans Ohr zu pressen, dürfte jedem einleuchten: Eine Hand ist dauerhaft gebunden. Das kann nicht gut sein. (Ähnliches gilt natürlich für das Rauchen bei der Fahrt, das meiner Meinung auch verboten sein sollte. Aber Rauchen sollte ja generell verboten sein …)
Ich frage mich nun aber, inwiefern mich ein Gespräch mit der Freisprechanlage mehr ablenken soll als ein Gespräch mit einem tatsächlich anwesenden Gesprächspartner in Form meines Beifahrers. Immerhin verleitet die Freisprechanlage – anders als der Beifahrer – nicht dazu, den Blick gelegentlich von der Straße zu nehmen.
Wird demnächst auch noch Reden während der Fahrt verboten? Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen! auch im PKW?


