Artikel aus dem März 2009
28.03.2009: ein Spielzeughaus
„Ding-dong“ sagt die Türklingel. Der Hermes-Bote ist da und drückt mir ein kleines Päckchen in die Hand. Drin ist eine Tüte mit – nein, nicht Lego, sieht zwar fast genauso aus, ist aber offenbar ein billigeres Nachahmerprodukt. Ein Online-Wohnungssuchportal aus Magdeburg schenkt mir ein Haus. Ein kleines zwar nur, und selbst zusammenbauen muß ich es auch noch, aber immerhin.
Danke! Was mache ich jetzt damit? Meinem Neffen schenken?
23.03.2009: Beratungsresistenz und Ignoranz auf Ministerinnenebene
Familienministerin Ursula von der Leyen möchte auf Biegen und Brechen die Sperrung von kinderpornographischen Angeboten im von Deutschland aus nutzbaren Internet durchsetzen.
Warum gibt sich die Frau für einen derart durchsichtigen Etikettenschwindel her? Klar, wer Ahnung von der Materie hat, meldet sich zu Wort und sagt laut, daß das nicht funktionieren wird. Ungetrübt von jeglicher Sachkenntnis tut die Ministerin das als „Nebelkerzen“ ab.
Die wahre Gefahr liegt aber, wie meistens, ganz woanders. Sobald überhaupt erst einmal Sperrlisten kursieren, wie ineffektiv sie auch sein mögen, werden sehr schnell Begehrlichkeiten geweckt, diese auch anders zu nutzen. Solche Tendenzen gibt es ja beispielsweise auch bei den Datengräbern „Autobahnmaut“ und „Vorratsdatenspeicherung“. Kinderporno schickt man vor, weil das eben was richtig Ekliges ist, für das niemand die Stimme erheben mag. Und die Ministerin läßt sich willig vor diesen Karren spannen. Wenn wir die Sperrlisten erst mal haben, sind bald auch Urheberrechtsverletzer, Bombenbauanleitungsveröffentlicher, Glücksspielanbieter, die Opposition und die regierungskritische Presse dran. Und wir Blogger natürlich. Und alle, die was gegen Schäuble haben, sowieso.
Dann möchte ich doch lieber, daß auch der Zugang zu Kinderpornos nicht gesperrt werden kann. Auch wenn ich Kinderpornos auch scheiße finde.
