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buntklicker.de

das Blog von Martin Ibert: Merkwürdiges, Banales und Persönliches aus Deutschlands einziger Stadt

02.04.2014: durchstarten

Es nervt mich endlos, daß offenbar niemand mehr weiß, was „durchstarten“ bedeutet: einen Landeversuch abbrechen. Durchstarten heißt scheitern, um es nochmal zu versuchen.

Ich hatte das schon – als Fluggast. Es ist nicht besonders angenehm, aber auch nicht wirklich schlimm. Es war ein Flug aus Amsterdam, und der Flugkapitän sagte uns, daß er den Landeversuch abbrechen mußte, weil starker Regen ihn die Landebahn nicht mehr sehen ließ. Durchstarten, Schleife fliegen, nochmal. Keine große Sache, aber – der Landeversuch war gescheitert.

24.05.2013: Es ist nicht die Drossel. Oder: Nachtigall, ick hör Dir trapsen.

Dieser Tage spult sich die ganze deutsche Netzwelt samt Hund, Katze und Maus über die Deutsche Telekom auf. Durchaus zurecht, nur geht es mir ziemlich auf den Zeiger, daß dabei immer das Stichwort „Drosselung“ als Feindbild aufgebaut wird.

Daß die Telekom beabsichtigt, nach dem Vorbild gängiger mobiler Daten-„Flatrates“ nach Erreichen eines nicht gerade großzügig bemessenen Volumens die maximale Übertragungsgeschwindigkeit bis zur Unbrauchbarkeit des Internetanschlusses herunterzusetzen, ist natürlich für Telekom-Kunden ärgerlich und für Kunden anderer Anbieter alarmierend, denn wenn ein Großer es erst mal vormacht, machen es vielleicht andere nach. (Andererseits besteht natürlich durchaus die Hoffnung, daß andere Anbieter die Nicht-Drosselung als Chance zur Differenzierung am Markt begreifen. Schließlich sieht es nicht so aus, als wäre das wirtschaftlich ein großes Problem.)

Das wirklich Perfide ist, daß bestimmte Angebote – nach allem, was man liest, solche der Telekom selbst sowie solche von Anbietern, die dafür ein Bakschisch rüberwachsen lassen – gegenüber dem allgemeinen Internetverkehr bevorzugt behandelt werden. Es kommt eigentlich auch gar nicht darauf an, worin die Bevorzugung besteht. Würde ein Zugangsanbieter von allen Datenpaketen, die nicht bevorzugten Status genießen, willkürlich einen bestimmten Anteil unter den Tisch fallen lassen oder die Latenz künstlich erhöhen und damit eine etwas schlechtere Dienstqualität provozieren, wäre das Argument genau dasselbe.

Warum das alles? Es gibt für mich drei Erklärungsansätze. Entweder die Hochvolumen-Inhalteanbieter wie YouTube sollen ein zweites Mal zur Kasse gebeten werden (sie zahlen ja sicher auch jetzt schon für den generierten Verkehr auf ihrer Seite des Netzes), oder aber es geht darum, Telekom-eigenen Inhalten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Anbietern wie, sagen wir, MaxDome zu verschaffen. Oder aber es geht eigentlich um etwas ganz Anderes, nämlich die Kunden zu motivieren, bevorzugt bestimmte Inhalte, die sich unter der Kontrolle der Telekom befinden, zu konsumieren. Wenn man so will, eine Art der weichen Zensur.

Und das macht es so gefährlich. Daher ist es wichtig, daß Ihr alle die Netzneutralitäts-Petition jetzt gleich sofort unterzeichnet, sofern Ihr das noch nicht getan habt.

Aber hört bitte auf, von der „Drosselungspetition“ zu sprechen. Das ist Unsinn.

10.01.2013: Wenn Du feststellst, daß Du auf einem toten Pferd reitest, steig ab.

Nein, das ist kein Flughafen-Blog. Eigentlich. Aber so, wie es im Moment läuft, hat man halt irgendwie keine Wahl.

Nun sollte es auch dem letzten klar geworden sein, daß das Pferd tot ist. Trotzdem steigt niemand ab. Warum nicht?

Der Übergang von Prestige-Projekt zum Stück Scheiße am Schuh, das man niemals wieder los wird, ist offenbar an einigen Leuten vorbeigegangen. Vor allem an Klaus Wowereit, geborener Berliner und vor langer Zeit mal möglicher Kanzlerkandidat der SPD, nun selbst nur noch das Stück Scheiße am Schuh. Weiteres Kleben am Sessel macht es nicht mehr besser.

Wenn dann Klaus mal weg sein wird (was nur eine Frage der Zeit ist), ist es Zeit, den Hauptstadtflughafen zu begraben. Niemand will, oder braucht, einen besseren Provinzflughafen (27 Millionen Passagiere pro Jahr? Wie lustig!) an der „Peripherie“. Wir brauchen Berlin-Tegel mit 25 bis 30 Millionen Passagieren pro Jahr (von Air Berlin, was Investitionen erfordern wird) und Schönefeld mit 10 bis 15 Millionen Passagieren pro Jahr (vor allem Lufthansa und anderes Zeugs, was sowieso keiner braucht) mit den bestehenden Start- und Landebahnen.

16.10.2012: die offensichtliche Lösung

Während die Saga um den verunglückten neuen Flughafen in Schönefeld bei Berlin immer wilder wird – nun sollen es Fluggastbrücken für den Airbus A380 sein, die die Planung schon 2008 völlig aus dem Ruder laufen ließen – wird die einzig sinnvolle Lösung irgendwie nicht öffentlich diskutiert.

Es kann ja wohl als gesichert festgestellt werden, daß der neuen „Groß“-Flughafen den gesamten Flugverkehr des Großraums Berlin nicht wird stemmen können – während andererseits Deutschlands bester Flughafen, Berlin-Tegel, natürlich zusammen mit der Ramschbude Schönefeld (alt), auch mit dem gestiegenen Verkehrsaufkommen erstaunlich gut klar kommt. Wie das im kommenden Winter aussieht, werden wir sehen (mir ist da schon etwas bange), aber bisher läuft es gut.

Was also liegt näher, als die jetzt im Bau (oder so ähnlich) befindlichen Gebäude in Schönefeld als neuen Flughafen Schönefeld mit nur einer Start- und Landebahn (so wie Schönefeld [alt] jetzt auch) zu nutzen und Berlin-Tegel dauerhaft offen zu halten? Natürlich kann man die Schulden, die auf dem neuen Flughafen lasten, so niemals zurückzahlen, aber die Finanzen der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH scheinen mir ja ohnehin so prekär zu sein, daß eine kreative Insolvenz selbst dann angezeigt gewesen wäre, wenn es Juni losgegangen wäre. Da das Ende der Betriebsgenehmigung für Berlin-Tegel an der Inbetriebnahme der Südbahn in Schönefeld (neu) hängt, rege ich an, diese Bahn sofort abzutragen. Sicherheitshalber.

Es wäre so einfach. Alle wären glücklich (na ja, fast alle). Aber irgendwie raffen sie es nicht.

08.10.2012: Tiefkühlerdbeeren aus China im September

Irgendwas läuft hier gewaltig schief. Der Mist, den wir an Kinder verfüttern, wird uns irgendwann auf die Füße fallen. Und das nicht nur im Wortsinne, wenn sie an Brechdurchfall leiden …

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