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buntklicker.de

das Blog von Martin Ibert: Merkwürdiges, Banales und Persönliches aus Deutschlands einziger Stadt

Berlin

12.04.2009: Pro Reli oder Contra Reli?

Ihr Mitberliner unter meinen Lesern habt ja auch schon Euren Wahlwisch bekommen.

Wofür oder wogegen also stimmen?

Ich habe dazu meine eigene Meinung, die ich gerne mit Euch teile. Natürlich erwarte ich von Euch nicht, daß Ihr macht, was ich sage, sondern daß Ihr Euch Eure eigenen Gedanken macht.

Ich finde den Gedanken eines staatlich überwachten und religiös neutralen Ethikunterrichts cool. Obwohl ich so etwas in meiner eigenen Schulzeit nicht genießen durfte, gönne ich das allen neu heranwachsenden Generationen Berliner Schüler. Was ich definitiv nicht möchte, ist, daß ein religiös gefärbter Unterricht als Alternative — auch zeitlich — zum Ethikunterricht angeboten wird. Ich finde es doof, wenn Berliner Schulkinder wegen der Erwartungshaltung ihrer Eltern oder ihres sozialen Umfelds auf den Ethikunterricht verzichten müssen, nur um ihren indoktrinierenden Religionsunterricht genießen zu “dürfen”.

Ich bin deswegen definitiv bei Nein! dabei.

Was Ihr daraus macht, müßt Ihr selbst wissen.

31.10.2008: aus und vorbei

Hat alles nichts genützt; wo der schiere Starrsinn spricht, haben Argumente keine Chance. Berlin-Tempelhof ist kein Verkehrsflughafen mehr, nach 85 Jahren endet die Geschichte des ideal gelegenen Innenstadtflughafens und einmaligen Wettbewerbvorteils für Berlin.

Traurig, einfach nur traurig. Dazu kann man kaum mehr sagen.

Doch schon bald steht der nächste Kampf steht an. Vielleicht gelingt es ja, Berlin-Tegel zu retten. Ich kann mich an den Gedanken an ein Berlin ohne eigenen Flughafen einfach nicht gewöhnen. Schönefeld ist nicht Berlin.

30.08.2008: Petticoat in Hermsdorf

Die Berliner Rockband Petticoat spielt heute auf dem Sportplatz des VfB Hermsdorf. Acht Euro Eintritt wollen sie dafür haben. Für uns wäre das eine eher sinnlose Ausgabe, denn wir wohnen schräg gegenüber. Die Musik ist hier auf unserem Balkon schon reichlich laut … noch lauter muß es von mir aus gar nicht sein. Und das ganze Haus bebt mit den Bässen.

Aber die Musik ist prima. :-)

12.06.2008: Geisterstadt

Heute Abend zwischen sechs und acht: Berlin wie leergefegt, ausgestorben.

Punkt 18:00 Uhr leeren sich die U-Bahnen und die Straßen. Im Saturn-Markt im Märkischen Zentrum wändeweise Fernseher, die das Spiel Deutschland gegen Kroatien zeigen, sicher mehr als Menschen im ganzen Markt. Der Fernsehton dröhnt durch den Laden, man kann kaum ein Wort wechseln, so laut ist es. Geschockte Verkäufer (das erste Tor für Kroatien fällt, während wir gerade den Laden betreten) mögen sich kaum von den Bildschirmen lösen, um uns lästigen Kunden ein paar Fragen zu beantworten.

Auf dem Weg auf die andere Seite des Einkaufszentrums finden wir alle die Menschen dann doch: Sie sitzen im Café Blixen, essen, trinken und sehen fern. Kaum ein freies Plätzchen ist zu sehen vor den vier großen Bildschirmen. Drumrum stehen Passanten, essen und trinken nicht, sehen aber trotzdem fern.

Durch menschenleere Straßen fahren wir nach Hause. Der Schlußpfiff erreicht uns im Autoradio beim Einparken hinter dem Haus.

09.05.2008: Auf zum Karneval!

Dieses Wochenende ist in Berlin Feierstimmung angesagt, denn außer dem supergeilen Wetter ist ja auch noch Karneval!

Wer sich nun fragt, wieso der Karneval in Berlin nach dem Aschermittwoch stattfindet, dem sei gesagt: In Berlin ist Karneval immer am Pfingstwochenende, der Karneval der Kulturen nämlich. (Das, was kurz vor Aschermittwoch stattfindet, heißt bei uns – wenn überhaupt – „Fasching“.)

Für uns der attraktivste Teil des Karnevals ist das Straßenfest, auf dem es alle möglichen Stände gibt, und zwar nicht das normale Angebot vom Asia-Imbiß über den Würstchengrill zum Bierstand, sondern viele verschiedene Dinge zum Anstaunen, Kaufen und Verschenken (und natürlich auch und vor allem zum Essen und Trinken). (Wir kaufen traditionell etliche Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke für die Lieben auf diesem Fest.) Viele ausgelassene Menschen unterschiedlichster Herkunft und Prägung feiern gemeinsam und (hoffentlich auch dieses Jahr wieder) friedlich.

Eigentlich ist die Hauptveranstaltung ein Karnevalsumzug, aber da wir Umzüge generell langweilig und ermüdend finden, lassen wir den meistens aus und begnügen uns mit dem Straßenfest.

Also, wer in Berlin ist: Findet Euch übers Wochenende rund um den Blücherplatz ein, es lohnt sich wirklich! Bringt offene Augen und ein offenes Herz mit, und Ihr werdet es nicht bereuen. Ach ja, ein offenes Portemonnaie schadet natürlich auch nicht – aber das ist ja auf jedem Straßenfest so.

Wie Ihr Euch auch entscheidet, ich wünsche Euch ein wundervolles Pfingstwochenende, genießt das schöne Wetter, geht raus an die frische Luft! Drinnen hocken könnt Ihr am Dienstag im Büro noch früh genug!

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