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buntklicker.de

das Blog von Martin Ibert: Merkwürdiges, Banales und Persönliches aus Deutschlands einziger Stadt

08.06.2008: Das Flaggenmeer ist zurück!

Wer gedacht hat, die Beflaggung von Autos und Balkonen sei nur ein Phänomen der Weltmeisterschaft im eigenen Land gewesen, sieht sich dieser Tage getäuscht.

Die Flaggendichte, die dieser Tage in Berlin zu sehen ist, dürfte kaum geringer sein als zur WM vor zwei Jahren.

Es ist, als wäre 2006 ein Knoten geplatzt, der es uns Deutschen seit dem Zweiten Weltkrieg verboten – oder zumindest verleidet – hat, uns gut dabei zu fühlen, Deutsche zu sein. Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, sich das nicht mehr vermiesen zu lassen, ganz egal, wie viel historische Verantwortung auf „uns“ lastet.

08.06.2008: Ich guck Fußball im Internet.

Kleiner Tipp für alle, die nebenbei Fußball gucken wollen, aber deswegen keinen Fernseher mit sich rumschleppen möchten: Fußball gucken kann man auch im Internet.

Und zwar bei Zattoo, einem Dienst, der etliche Fernsehsender, darunter auch das erste und zweite deutsche Fernsehprogramm, kostenlos und (unaufdringlich) werbefinanziert quasi live auf einen proprietären Client liefert, den es immerhin für XP, Vista, MacOS und Linux gibt. Gelegentlich stocken Bild und Ton mal, für HardcoreFans ist das vielleicht nichts, aber für den Gelegenheitsgucker wie mich ist das völlig ausreichend. So verfolge ich das Spiel Kroation gegen Österreich in einem Fenster, während ich diesen Beitrag schreibe. Funktioniert ziemlich gut. Und ich sitze bei diesem Superbombenwetter auf dem Balkon und genieße die Abendsonne.

31.05.2008: kühl

Langsam wird es zu kalt, um in kurzen Hosen und T-Shirt auf dem Balkon zu sitzen. Na gut, es ist ja nun auch schon fast ein Uhr. Morgens, wohl gemerkt.

Ich habe heute gestern einen Home-Office-Tag eingelegt; einen Fragenkatalog beantworten kann ich dank moderner Technik auch hier auf dem Balkon, dafür muß ich nicht ins Büro fahren. Spart Fahrzeit, spart Energie, schont das Klima. Und was noch besser ist: Ich habe praktisch den kompletten Tag von morgens um neun bis abends um acht durchgängig auf dem Balkon verbracht – und wahrscheinlich viel mehr geschafft, als wäre ich ins Büro gefahren. Ich glaube, wenn ich mal wieder etwas zu tun habe, was meine Anwesenheit im Büro nicht erfordert, und das Wetter ist gut, werde ich das wiederholen. Das ist einer der Vorteile, die man hat, wenn man für meinen derzeitigen Arbeitgeber arbeitet: Home Office ist grundsätzlich kein Problem.

So ein Sommer ist echt was Geiles. Ich liebe gutes Wetter. Und unseren Nordbalkon mag ich auch. Ebenso mein Firmen-Notebook, das VPN, mein WLAN und meinen DSL-Anschluß.

29.05.2008: Da ist Schmalhans Küchenmeister!

Daß ich gerne Spargel esse, ist wahrscheinlich keine Überraschung für Euch. Daß ich öfter mal unterwegs bin, auch nicht. Und so ist es insgesamt auch nicht so erstaunlich, daß ich heute Mittag neugierig und hungrig auf die Wochenkarte des Biergartens der Lederer-Kulturbrauerei in Nürnberg blickte. Aber was mußte ich da sehen:

Stangenspargel (warm) (220 gr.)
mit Sauce Hollandaise und Petersilienkartoffeln 9,20

Wie bitte? 220 Gramm sollen eine Portion sein? Wenn ich Spargel kaufe, dann nicht weniger als 600 Gramm pro Person, eher 650 Gramm (ungeschältes Rohgewicht – aber ich fürchte, das setzt der Lederer auch an). Und bei dem Lederer-Preis ist auch wirklich nur das Genannte inklusive; Fleischbeilage jeder Art kostet extra, von drei Nürnberger Bratwürsten für zwei Euro vierzig bis zum kleinen Schnitzel für vier Euro siebzig.

Und das für neun Euro zwanzig. Die lassen sich ihren Spargel da unten echt vergolden. Ich habe ihn bei meinen Tischgenossen gesehen; die Portion sah so kläglich aus, wie man sich das bei der Ansage „220 Gramm“ vorstellt. Dabei hat das Lokal auch preiswertes Essen am Start; ich habe den Vorspeisensalat für 3,50 € (der für eine Vorspeise wirklich gigantisch war) und das Schäuferle mit Kloß und Soß‘ für 8,80 € von der normalen Karte gegessen und war rundum zufrieden – lecker und reichlich.

Aber vielleicht laßt Ihr besser die Finger vom Spargel. Zumindest, wenn er 9,20 € für 220 Gramm kosten soll.

25.05.2008: ein Lied für Moskau

Sie haben es geschafft, endlich geschafft: Rußland hat den Eurovision Song Contest gewonnen. So heißt es nun also im nächsten Jahr: auf zu den Ufern der Moskwa!

Auch wenn Peter Urban nicht müde wurde, zu betonen, Deutschland sei auf dem 23. Platz: Es war der letzte Platz, geteilt mit zwei anderen Ländern. Und daß „wir“ (wie man so sagt; ich jedenfalls lehne jede Identifikation mit dem deutschen Wettbewerbsbeitrag der No Angels vehement ab) den letzten Rang überhaupt mit zwei anderen Beiträgen teilen konnten, verdanken wir höchstwahrscheinlich der Tatsache, daß ein Mitglied der No Angels, Lucy Diakowska, aus Bulgarien stammt, woher auch prompt zwölf der insgesamt vierzehn Punkte kamen. Die übrigen beiden stammen aus der Schweiz – wenig erstaunlich, ist doch die Schweiz das Lieblingsauswanderungsland der Deutschen. Genau diese nichtmusikalischen freundschaftlichen Bewertungsgründe, die wir sonst so gerne beklagen, haben uns vermutlich vor einem Null-Punkte-Debakel bewahrt.

Ich hätte mir ja für das nächste Jahr ein Lied für Baku gewünscht, und Aserbaidschan hat bei seinem allerersten Auftritt auch gar nicht schlecht abgeschnitten. Als sich während der Wertungsphase ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Griechenland und Rußland abzuzeichnen begann, waren meinen Sympathien jedenfalls bei Rußland; der griechische Beitrag war einfach zu beliebiger Europop. Insofern kann man mit dem Ergebnis eigentlich ganz zufrieden sein.

Von den dreiundvierzig teilnehmenden Ländern haben ganze zwei ihre Stimmen auf französisch angesagt: Frankreich selbst, und Andorra – wobei der Andorraner des Französischen auch nur in Maßen mächtig zu sein schien, nach der seltsamen Aussprache zu urteilen. Auch Länder wie Belgien und die Schweiz, in denen Französisch Amtssprache ist, sagen auf Englisch an. Und die Teilnehmer aus Frankreich und Andorra sangen ihre Lieder beide auf englisch. Kann man diesen Blödsinn mit dem Französisch nicht mal abschaffen? Wenn es denn neben dem Englischen durchaus eine zweite Sprache sein muß, dann doch bitte deutsch und nicht französisch.

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