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buntklicker.de

das Blog von Martin Ibert: Merkwürdiges, Banales und Persönliches aus Deutschlands einziger Stadt

03.07.2008: der Beschiß aus 130 Jahren

Die bürgerliche Presse hat es (mal wieder) überhaupt nicht verstanden.

Nur scheinbar geht das Bismarcksche Privileg der Zivilehe verloren; in Wahrheit ist es genau umgekehrt.

Natürlich wäre es ehrlicher gewesen, das Wort „Ehe“ aus jeglicher nichtstaatlicher Interaktion herauszuhalten, aber das wäre unrealistisch. Die neue Situation wird nun so sein, daß Ihr machen könnt, was Ihr wollt, aber als rechtlich „verheiratet“ geltet Ihr erst, wenn Ihr den Bund fürs Leben vor den zustänidgen staatlichen Behörden glaubhaft gemacht habt.

28.06.2008: Haß Du was dagegen?

Nö. Kein Bißchen.

Heute fand in Berlin der 30. Christopher Street Day statt. Schade, daß das Wetter dieses Jahr nicht so recht mitspielen wollte. Trotz des schlechten Wetters haben fast eine halbe Million Menschen das Fest für Toleranz und gegen Homophobie mitgefeiert. Zum ersten Mal startete der Umzug auf dem Schloßplatz im ehemals politischen Osten unserer Stadt.

Es werden immer wieder Stimmen laut, der CSD sei zu unpolitisch geworden und zu einer Riesenparty mutiert. Ich frage mich: Was kann es Besseres geben, als daß Schwule und Lesben inmitten der Gesellschaft einfach feiern können? Natürlich weiß ich auch, daß es Gewalt gegen Homosexuelle gibt. Aber das wird nicht dadurch schlimmer, daß der CSD voll im Berliner Kulturbetrieb angekommen ist, im Gegenteil: So schlimm die Gewalt ist, die es gibt, sie ist deutlich ein Randphänomen. Und das ist auch gut so.

25.06.2008: Merci vielmals!

Das war ja ein Ding, daß während des EM-Halbfinales plötzlich das Bild weg war.

Die Kollegen vom ZDF haben es innerhalb weniger Minuten hinbekommen, eine Bildleitung zum Schweizer Fernsehen zu schalten und deren Live-Bild – die Einzigen, die außer dem ausgefallenen Bild der UEFA überhaupt ein Bild zu bieten hatten – zu übernehmen. Unbürokratisch, spontan, im Sinne der Zuschauer. Und ohne das Schweizer Senderlogo zu überblenden.

Vor allem: Vielen Dank ans Schweizer Fernsehen fürs Übernehmenlassen! Ihr wart klasse!

Was die Österreicher angeht, in deren Sendezentrum in Wien offenbar zweimal der Strom ausfiel …

Laßt uns Freunde bleiben und nicht mehr darüber reden.

17.06.2008: Links- oder Rechtsträger?

Dieses Jahr hat es mich auch erwischt: Ich habe eine Deutschland-Flagge am Auto. Und das ist auch gut so – letztlich kehrt nur Normalität ein.

Aus der Beobachtung um mich herum weiß ich natürlich, daß auch ganz viele andere Leute Flaggen an ihren Autos haben. Die schweigende Mehrheit fährt aber weiterhin ohne Flagge herum.

Auch die Position der Flagge(n) am Fahrzeug unterscheidet sich. Daher möchte ich hier mal wieder ein Meinungsbild meiner Leser sehen.

Bitte in den Kommentaren antworten! Ich bin gespannt.

Nachtrag: Pünktlich zum zweiten Halbfinale habe ich nun auch noch eine spanische Flagge an der rechten hinteren Tür.

15.06.2008: Deutschland gegen Österreich

Meine Vorstellung vom Verlauf des Gruppenspiels im Wiener Ernst-Happel-Stadion morgen Abend sieht so aus:

Österreich geht durch ein wunderschönes Tor schon in der dritten Minute in Führung. Die deutsche Mannschaft versucht knapp 90 Minuten lang und mit zunehmender Verzweiflung vergeblich, den Anschlußtreffer zu erzielen. Mit dem Näherrücken des Schlußpfiffs haben die Österreicher verständlicherweise immer mehr Zeit und geben den Ball öfter mal in Ruhe zurück in die eigene Hälfte. In der 92. Minute – der letzten der Nachspielzeit – passt ein österreichischer Spieler beim Zurückgeben an den Torwart nicht auf und verfehlt diesen. Der Torwart hechtet hinter dem Ball her, stürzt und muß tatenlos zusehen, wie der Ball zum 1:1 ins eigene Tor rollt.

Schlußpfiff, Deutschland ist weiter, Österreich ist ausgeschieden. Österreich steht sich wieder mal selbst im Weg und scheitert auf tragische Weise; Deutschland schafft es, sich im entscheidenden Moment irgendwie durchzuwurschteln, kann jedoch nicht aktiv ins Spielgeschehen eingreifen.

Morgen Abend werden wir es wissen, ob ich damit richtig liege.

Nachtrag nach dem Spiel: Na, ganz richtig lag ich nicht, aber so ganz daneben auch nicht. Das einzige Tor für die Deutschen entstand aus einer österreichischen Aktion (nämlich dem Foul, das mit dem Freistoß geahndet wurde, der dann im Tor landete), und ein Eigentor (nach einer Ecke) hätten die Österreicher auch beinahe geschafft.

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