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buntklicker.de

das Blog von Martin Ibert: Merkwürdiges, Banales und Persönliches aus Deutschlands einziger Stadt

09.07.2010: kicken für die Koalition

Diesen Artikel habe ich schon vor ein paar Tagen vorbereitet, kam dann aber irgendwie nicht dazu, ihn zu veröffentlichen – genaugenommen am Tag des Viertelfinales gegen Australien.

Heute werden sicher überall in Deutschland – und auch bei uns – die Daumen für die DFB-Elf gedrückt, aber besonders bei der „Regierungs“-Koalition.

Schließlich kann man, während das Land mit Fähnchenschwenken beschäftigt ist, ungestört weiter Mist bauen. Jetzt wieder so ein Knaller: Nach dem asozialen Sparpaket, mit dem Arbeitslose und Familien für eine Krise bezahlen sollen, für die sie am wenigsten verantwortlich sind, lockt nun eine unerwartet geringe Neuverschuldungsprognose für 2010, und was macht die Koalition? Sie denkt über Steuersenkungen nach! Und das heißt nicht eine Senkung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes auf Null, die einzige, die ich sinnvoll finden könnte.

Jedenfalls zur Zeit gehöre ich eher zu denen, die von solchen Steuersenkungen profitieren würden. Und ich hoffe natürlich auch, daß das so bleibt. Aber da klappt mir die Kinnlade runter. Diese Chuzpe kann man echt nicht mehr toppen.

Oder doch? Mir wird Angst und Bange.

13.06.2010: Aufhören!

Das ist die Forderung des Spiegel an die schwarz-gelbe Bundes-„Regierung“, auf dem Titel der Ausgabe der kommenden Woche. Was für ein vernichtendes Urteil – zumal von dem neuliberalen Kampfblatt, das der Spiegel in letzter Zeit geworden ist.

Unbestreitbar trifft die Forderung den Nagel auf den Kopf. Die schwarz-gelbe Koalition ist gescheitert, vor allem daran, daß es von Anfang an keine gemeinsame Basis gab. Die Liberalen hingen viel zu lange ihren Phantasien einer Steuersenkung an, die niemand finanzieren kann; die Christsozialen haben – dankenswerterweise – den freilaufenden Gesundheitsminister Rösler mit seinen asozialen Plänen sauber eingebremst.

Aber dann muß man halt auch zugestehen, daß man keine Gestaltungsmacht mehr hat. Es bewahrheitet sich mehr und mehr, was ich schon vor Längerem postuliert habe: Auch wenn es mir manchmal nicht gefällt, die Sozialdemokraten waren die Einzigen, die in der Großen Koalition gestaltet haben. Weder Schwarz noch Gelb bekommen irgendwas gehoben.

Und laßt uns bitte nicht von diesem asozialen sogenannten Sparpaket anfangen. Da schießen ja – verständlicherweise – sogar die Arbeitnehmerflügel in der Union gegen. Wie bekloppt kann man sein, nach der mit Mühe überstandenen Krise ausgerechnet die absolut Unbeteiligten – Arbeitslose und Familien – für die Krise bezahlen lassen zu wollen? Das kann doch nur jemandem einfallen, der keine Lust aufs Regieren mehr hat – niemand kann glauben, daß er das durchkriegt. So doof kann nicht mal die derzeitige Sauerstoffverbrauchsmannschaft sein.

11.06.2010: Flaggen für mehr Transparenz im Straßenverkehr

Das Bundesamt für Transparenz im Straßenverkehr erinnert an die Sonderregelungen zur Kennzeichnung von Personenkraftwagen im Verkehr auf öffentlichen Straßen während der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Südafrika.

In der Zeit vom 11. Juni 2010, 16:00 Uhr, und dem 11. Juli 2010, 23:30 Uhr, sind alle PKW im Straßenverkehr mit Flaggen zu kennzeichnen. Jeder Verkehrsteilnehmer darf Flaggen aus den Nationalflaggen der 32 an der Fußball-WM teilnehmenden Nationen frei wählen; es dürfen eine oder mehrere, auch verschiedene, Flaggen geführt werden. Fahrzeuge, die keine Nationalflaggen führen wollen, sind mit mindestens einer nicht gekennzeichneten (weißen) Flagge zu versehen.

Andere Fahrzeuge (nicht motorgetriebene, einspurige, Busse oder Lastkraftwagen) können ebenfalls mit Flaggen versehen werden; dies ist jedoch nicht verpflichtend.

Vor Falschmeldungen wird in diesem Zusammenhang ausdrücklich gewarnt.

🙂

Auch diesmal flagge ich wieder Deutschland hinten links, Spanien hinten rechts. Und dieses Jahr haben wir auch je eine deutsche und eine spanische Flagge an der Fassade hängen. 🙂

Und Ihr so?

05.06.2010: ja nee is klar

Soll ich wieder davon anfangen? Daß ich doch eigentlich eher links bin und so? Leute, Ihr macht es mir echt nicht einfach.

Nachdem sich uns aller Lieblingsvulkan offenbar einigermaßen beruhigt hat, würde ich doch nun, wenn ich für ein Luftfahrtunternehmen arbeitete, drei Erleichterungsseufzer ausstoßen und wieder an meine Arbeit gehen. Und hoffen, daß mein Arbeitgeber es irgendwie schafft, die Millionenverluste zu kompensieren, ohne meinen persönlichen Arbeitsplatz wegzurationalisieren.

Das Kabinenpersonal meiner Lieblingshaßfluglinie (wer mit dem Verein ab und zu fliegen muß, wird mich verstehen), sieht das offenbar anders

04.06.2010: Sommer!

Nur einen Moment möchte ich jetzt mal auf etwas Schönes hinweisen: Es ist Sommer geworden, von einem Tag auf den anderen!

Schwankte das Wetter bis Mittwoch – also vorgestern – noch zwischen „beschissen“ und „so lala“, brach gestern völlig überraschend der Sommer aus. Und nun sitze ich hier um zehn vor neun auf unserem Nordbalkon und werde seitlich von der Abendsonne beschienen, das Licht zum Teil durch die Blätter der Linde vor dem Haus in ein sommerliches Grün getaucht.

Wie geil. Endlich.

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