01.06.2010: Das darf doch alles überhaupt nicht wahr sein!
Bundespräsident Horst Köhler tritt zurück. So weit, so gut – durch besondere Meisterleistungen im Amt ist er ja ohnehin nicht aufgefallen. Ich weine ihm bestimmt keine Träne nach, und das gilt sicher auch für viele andere in diesem Land.
Aber jetzt kommt der Hammer: die Begründung! Eben dieser Herr Köhler, der mit mindestens grenzwertigen Äußerungen Kritik von vielerlei Seite auf sich gezogen hat, moniert nun mangelnden Respekt vor dem Amt! Weiß er denn nicht, daß Respekt nicht dem Amte gebührt, sondern der Person, die es bekleidet, oder in seinem Falle eben gerade nicht?
Aber als ob das noch nicht genug wäre. Als möglicher Nachfolger schlägt Angela Merkel ausgerechnet Ursula von der Leyen – ja, genau die – vor. Dieselbe Ursula von der Leyen, die laut Thomas Knüver vom Handelsblatt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit öffentlich gelogen hat. Daß sie auch sonst wohl nur als Totalausfall im Amt gelten kann, sei nur der Vollständigkeit halber hinzugefügt.
Kann mir einer sagen, was mit diesem Land los ist? Und was man dagegen tun kann?
30.05.2010: Herzlichen Glückwunsch, Lena!
Sie hat es geschafft: Nach 28 Jahren geht der Eurovision Song Contest wieder nach Deutschland. Und verdient, wie ich finde. Die Konkurrenz war aber auch recht schwach, wie man ehrlich sagen muß.
Was mich besonders freut: Nach dem – aus Sicht der „anderen“ Sendergruppe – völlig in die Bux gegangenen Interview wurde Lena ja von eben dieser Sendergruppe völlig runtergeschrieben.
Hat nix genützt. Gar nix. Gut so.
Noch mal gucken und mitwippen? YouTube macht es möglich.
03.05.2010: Ihr kommt Euch wohl ganz toll vor, was?
Zunächst, und damit keine Mißverständnisse aufkommen: Ich hege keinerlei Sympathien für neo- oder sonstwie nazistisches Gedankengut. Ganz bestimmt nicht.
Andererseits ist Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden. (Ist nicht von mir, ist von Rosa Luxemburg.) Und solange die NPD nicht verboten ist, hat niemand das Recht, eigenmächtig deren Demonstrationen durch Sitzblockaden oder auf anderem außergesetzlichen Wege zu verhindern. Und sich damit zu brüsten und toll vorzukommen wie Sash oder Achim ist schon mal gar nicht angesagt.
Ja, ich finde die braune Sauce auch scheiße. Aber deswegen eigenmächtig die Grundrechte derer zu beschneiden, die nicht meiner Meinung sind, finde ich auch nicht besser. Das ist genau die Der-Zweck-heiligt-die-Mittel-Mentalität, die wir bei Schäuble & Co. zu recht bedenklich finden.
25.04.2010: alles Asche
Wer mir bei Twitter oder Facebook folgt, der weiß es ja schon: Die Vulkanaschewolke des Eyjafjallajökull hat auch mich in Großbritannien festgesetzt. Aus einer geplante Übernachtung sind neun geworden. Nun hatte ich es ja noch vergleichsweise gut, mit Zugriff auf genug Geld, um erst mal Transfers, ein Hotelzimmer, saubere Kleidung, Essen und Trinken zu bezahlen, sowie mit der Möglichkeit, mich dort, wo ich mich befand, frei zu bewegen. Außerdem kann ich ja fast alle Mehrkosten als Spesen bei meinem Arbeitgeber einreichen, schließlich war ich aus dienstlichen Gründen in Großbritannien und nicht aus Spaß. Wer ohne Geld im Transitbereich eines Flughafens festsitzt und diesen mangels Visum nicht verlassen kann, hat sicher weniger angenehme Tage verbracht als ich.
Was ich nun aber überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist die Aufregung, die jetzt gewissermaßen rückwirkend wegen der Anordnung der vollständigen Einstellung des Flugverkehrs entstanden ist. In Großbritannien kommt natürlich dazu, daß wegen der anstehenden Parlamentswahlen die Opposition bemüht ist, der Regierung bei jeder sich bietenden Gelegenheit an den Karren zu fahren. Niemand wußte genau, wie sich das Durchfliegen einer Vulkanaschewolke auf ein Verkehrsflugzeug auswirkt. Es war aus meiner Sicht – und ich sage das wie erwähnt als Betroffener dieser Maßnahme – absolut richtig, den Flugverkehr erst einmal sicherheitshalber einzustellen und parallel dazu damit zu beginnen, herauszufinden, ob man nicht vielleicht doch durch Vulkanasche fliegen kann. Schon nach wenigen Tagen gab es eine partielle Entwarnung, und seit dem läuft der Flugverkehr wieder, und ich kam ganz entspannt in einem vielleicht halb vollen Flugzeug wieder in Berlin an.
Was aber in den Köpfen gewisser Mitarbeiter gewisser Fährenbetreiber vorging, kann ich mir beim allerbesten Willen nicht erklären …
15.02.2010: Nun laßt ihn doch mal!
Ich versteh’s nicht. Da sagt der Westerwelle einmal im Leben etwas Sinnvolles, und alle hacken auf ihm rum.
Der Mann hat Recht. Keine Frage. Voll und ganz. Und da eine umfassende Erhöhung der Hartz-IV-Sätze ja nun offenbar unausweichlich geworden ist, da zur gesellschaftlichen Teilhabe weit mehr erforderlich ist als bisher im Warenkorb erfaßt wird, kann das nur heißen: Mindestlöhne! Keine „Aufstocker“ mehr! (Dabei handelt es sich um staatlich subventioniertes Lohndumping.)
Statt der auf den armen Mann einprasselnden Schelte sollte man ihm lieber klarmachen, was er da eigentlich gesagt hat, und ihn daran erinnern, daß seine sog. „Partei“ sich um 180° drehen muß, um dem gerecht zu werden.
Die armen Menschen in diesem Land warten darauf.
