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buntklicker.de

das Blog von Martin Ibert: Merkwürdiges, Banales und Persönliches aus Deutschlands einziger Stadt

zum Nachdenken

24.12.2007: Morgen ist Weihnachten.

Heute ist Heiligabend. Als Tag vor dem Weihnachtsfest gehört er selbst nicht dazu – bestenfalls der heutige Abend mag schon als Teil des Weihnachtsfestes gelten.

Zu sagen, heute sei Weihnachten, ist ein bißchen so, wie am Silvestertag zu behaupten, es sei Neujahr.

04.11.2007: weit gereistes Wasser

Das kann nicht wirklich Sinn der Sache sein.

Gestern auf dem Lufthansa-Flug von İstanbul nach München lag auf unseren Essenstabletts ein Fläschchen Wasser, das aus Benton, Tennessee in den Vereinigten Staaten stammt. Direkt an der Quelle hat man die 240 ml Wasser in das kleine Plastikfläschchen abgefüllt, wie das Etikett des Fläschchens stolz verkündet.

Warum transportiert man ein so elementares und vergleichsweise billiges Lebensmittel wie Wasser einmal um die halbe Welt? Wenn es sich um eine besondere Spezialität handeln würde, könnte man ja noch irgendeinen Sinn darin sehen, aber es ist einfach nur Wasser, wie es natürlich auch in der Türkei erhältlich ist.

Warum also? Wahrscheinlich weil es auf irgendeine perverse Weise wirtschaftlich sinnvoll ist.

Irgendwas ist mit dieser Weltwirtschaftsordnung überhaupt nicht in Ordnung.

15.08.2007: Und wir akzeptieren jeden Scheiß.

Wißt Ihr, was eine der weniger oft verbreiteten Konsequenzen Web-2.0-Revolution ist? Wir haben jedes Qualitätsbewußtsein abgeworfen und akzeptieren Inhalte in jeder Form, egal wie jämmerlich, Hauptsache Web 2.0.

Was Podcasts angeht, da gibt es noch akzeptable Qualität (aber nicht nur), aber spätestens bei den Videopodcasts ist alles vorbei. Da regiert die Zappelbriefmarke, dazu noch unscharf, falsch belichtet und ohne Weißabgleich.

Was dieses Qualitätsanspruch übertrifft, ist in der Regel geklautes Material aus dem Fernsehen.

09.08.2007: Ich hätte da einen Vorschlag für die Bahn.

Im Streit zwischen der Bahn und der GDL ist die Situation ja auch deswegen so verfahren, weil keine Seite jetzt einfach so nachgeben kann, wenn sie nicht das Gesicht verlieren will.

Die GDL begründet ihre exorbitanten Gehaltsforderungen ja (unter anderem) damit, dass sich der Vorstand der Bahn eine Gehaltserhöhung von satten 62% gegönnt hat. Wie wär’s, wenn der Bahnvorstand rückwirkend auf diese Erhöhung verzichtet, die GDL im Gegenzug ihre Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag aufgibt, sich den angebotenen 4,5% anschließt und dann über eine Höhergruppierung der Fahrpersonale verhandelt?

Fast allen wäre geholfen. Und ich bin sicher, daß auch der Bahnvorstand keinen Hunger leiden müßte.

26.07.2007: verdrehte Darstellung

„Das Bundesverfassungsgericht hat einen mühsam errungenen Kompromiss wieder ausgehebelt“, schreibt die Berliner Zeitung in einer Einleitung zu einem Interview mit Bundesjustizministerin Zypries – ja, die mit dem Browser. Es geht um die Verschiedenbehandlung von Kindern verheirateter und unverheirateter Paare, wenn es um Unterhalt nach der Trennung der Eltern geht, die die Union unbedingt durchsetzen wollte und die nun wieder abgeschafft werden muß.

Das scheint mir reichlich verdreht dargestellt zu sein.

Müßte es nicht vielmehr heißen: „Das Bundesverfassungsgericht hat der Großen Koalition einen faulen Kompromiß um die Ohren gehauen, weil er grundgesetzwidrig ist“?

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