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buntklicker.de

das Blog von Martin Ibert: Merkwürdiges, Banales und Persönliches aus Deutschlands einziger Stadt

Nerviges

09.12.2008: nochmal Anfängerfehler, oder doch nicht

Wenn es stimmt, daß intelligente Menschen keinen Fehler zweimal machen, dann bin ich nicht intelligent. Schon wieder kein Flaschenöffner dabei. Eigentlich sollte in meiner Aktentasche einer sein, ist aber nicht. Mist.

Aber ich stelle gerade fest, daß meine Gürtelschnalle im Notfall ein vollwertiger Ersatz ist, und es mir erlaubt, mir noch ein Bier aus der Minibar zu gönnen … man muß sich nur zu helfen wissen. 🙂

14.11.2008: im Schleichtempo durch die Stadt

Vor vielen Jahren wurde in Berlin mal beschlossen, den Durchgangsverkehr von Wohnvierteln fernzuhalten und auf den Durchgangsstraßen zu konzentrieren. Dazu wurden Wohnstraßen flächendeckend zu Tempo-30-Zonen, und in der Folge lohnte es sich in vielen Fällen einfach nicht mehr, eien Abkürzung durch Wohnstraßen zu nehmen, und der Verkehr konzentrierte sich wunschgemäß auf den Hauptverkehrsstraßen.

Seit einiger Zeit greift nun aber eine neue Unsitte um sich: Durchgangsstraßen nachts (von 22 bis 6 Uhr) auf 30 km/h zu limitieren. Was soll das denn bitte? Wer an einer Durchgangsstraße lebt, weiß das; und ich habe auch arge Zweifel, daß es tatsächlich merkbar leiser wird durch die neuen Schilder. Wozu haben wir denn vor Jahren die Tempo-30-Zonen eingeführt? Plötzlich ist der Schleichweg durchs Wohngebiet doch wieder attraktiv, ausgerechnet nachts. Oder sind diese oft nur kurzen und nach schwer nachvollziehbaren Kriterien ausgewiesenen Langsamfahrstellen eigentlich nur eine Möglichkeit, nächtliche Autofahrer, die mit derlei Schikanen nicht rechnen, abzukassieren?

Wir werden es nicht erfahren. Aber es nervt gewaltig.

31.10.2008: Na gut. Dann nicht.

Ich streife jetzt bewußt die Trauer über die eklatanteste Fehlentscheidung der Berliner Landespolitik seit Urzeiten ab und schreibe wieder über Banales. Den Blick nach vorne zu richten gehört zu den definierenden Tugenden des Berliners; also: Weitermachen!

Seit ein paar Jahren schon schleicht sich bei uns in Deutschland nach dem Valentinstag ein weiterer aus den Vereinigten Staaten importierter Kommerzfeiertag ein: Halloween. Und ich gebe es ja zu: Ich werde da schwach, wenn Horden marodierender Kinder und Jugendlicher an unsere Tür klopfen und „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ fordern, möchte ich vorbereitet sein. Also haben wir für ein paar Euro Süßkram eingekauft und waren so ab dreiviertel Sieben bereit für Überfälle. Für einen Doppelverdienerhaushalt ist das ziemlich früh. Nun gut, es ist Freitag … sonst sind wir oft eher erst um acht zuhause.

Und? Nix. Keiner. Niemand. Kein Klingeln, gar nichts. Nun steht das Zeug hier rum.

Liebe Halloween-Geister: Ihr müßt dann schon auch mal kommen, wenn ich es weiterhin durchhalten soll, etwas Süßes für Euch bereitzuhalten.

Ach ja: Ich als säkularisierter Protestant fand die Geschichte über den Heidenspaß sehr unterhaltsam. Viel Spaß damit!

28.10.2008: erst zocken, dann meckern

Wenn das mal keine guten Nachrichten sind: Ein deutsches Unternehmen trotzt dem allgemeinen Abwärtstrend der Börse, der Kurs schießt in den Himmel wie die Raketen zu Silvester. VW mit der höchsten Marktkapitalisierung der Welt! Wer hätte das gedacht?

Einige „Marktteilnehmer“ wohl nicht, die mit Leerverkäufen auf fallende Kurse spekuliert und sich dabei kräftig verhoben haben. So ist das halt: Wer zockt, kann auch verlieren, und wer leer verkauft, muß sich wieder eindecken, koste es, was es wolle. Wenn dann auch noch weniger Aktien überhaupt frei zirkulieren, als zur Deckung der Leerverkäufe notwendig sind, passiert genau das, was wir gerade gesehen haben.

Richtig ist natürlich: Der Höhenflug des VW-Kurses hat keinen realen Hintergrund. VW geht es genausowenig blendend wie anderen Autobauern auch, und wie bei den Raketen zu Silvester wird dem steilen Anstieg auch wieder der Absturz auf den Boden der Realität folgen.

Jetzt hört man allgemeines Murren. Das dürfe nicht sein, die Börse sei ein Tollhaus, ein Kasino gar, es müsse eingegriffen werden. Aber nicht eine Anpassung des DAX, wie von manchen jetzt gefordert, ist hier gefragt, sondern ein Verbot hochspekulativer Finanzinstrumente und -manöver, insbesondere der Leerverkäufe. Dem Grundproblem, daß die Börsenkurse vielfach überhaupt nichts mehr mit einer realistischen Bewertung der Unternehmen zu tun haben, sondern von Spekulationen hochgetrieben oder zum Absturz gebracht werden, kann und sollte man nicht mit hektischen Sofortmaßnahmen im Einzelfall begegnen, sondern mit einer grundsätzlichen Änderung der Spielregeln.

Nebenbei: Was hat sich Porsche eigentlich dabei gedacht, die eigenen Übernahmepläne publik zu machen, zumal in dieser Situation? Was haben sie vor? Wollen sie am Ende alles verkaufen und dabei unglaublich reich werden?

23.08.2008: Alles hat seinen Preis.

Hotelbus vom Flughafen (fährt alle halbe Stunde) etwa 17 Euro (für etwa ebensoviele Kilometer … nicht mit dem Taxi, sondern mit dem Bus!).

Bier an der Hotelbar: etwa 5 Euro; in der Kneipe gegenüber etwa 3,35 Euro. Ein halbes Glas (1 Zehntelliter!) Wein im Hotelrestaurant: ab 4 Euro, nach oben offen. Im Hotelzimmer rauchen: etwa 100 Euro Reinigungsgebühr (!). Vom Hotelzimmer eine kostenlose Rufnummer anrufen: gut 3 Euro. (Kein Witz!)

Ein Döner Kebap am Stand: 6 Euro. Ein Hemd in der Wäscherei waschen und bügeln: etwa 2,40 Euro. Ein Kantinenessen mit Getränk für Betriebsfremde: etwa 13 Euro. Für Betriebsangehörige: etwa 10 Euro.

Ein Cheeseburger bei Burger King am Flughafen: etwa 2,60 Euro.

Na: Wo bin ich die letzten Tage wohl gewesen?

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